Der Wechsel kostet im Vertrieb mehr
Ein Verkäufer, der wechselt, gibt ein eingearbeitetes Gebiet, eine laufende Pipeline und oft noch nicht ausgezahlte Provisionen auf.
In den ersten Monaten einer neuen Rolle liegt das Einkommen fast immer unter dem alten, selbst bei höherem Fixum, weil die variable Vergütung fehlt. Ohne bezahlte Ramp-Zeit ist ein Wechsel für gute Verkäufer schlicht ein finanzieller Rückschritt.
Warum ein öffentliches Profil das Problem verschärft
Wer sichtbar sucht, riskiert, dass der aktuelle Arbeitgeber es erfährt. Im Vertrieb hat das unmittelbare Folgen für Gebiet und Zuteilung.
Deshalb bleibt auf Sellers Bench die Kandidatenseite anonym, bis beide Seiten Interesse gezeigt haben. Sichtbar sind Rolle, Kennzahlen, Region und Gehaltsvorstellung, nicht Name, Foto oder Arbeitgeber. Der aktuelle Arbeitgeber wird automatisch ausgeschlossen.
Die Firmen zeigen sich dagegen von Anfang an mit Name, Logo und Team. Diese Asymmetrie ist Absicht: Die zahlende Seite trägt das Umgehungsrisiko, nicht die Kandidatenseite.
Was das für Recruiting-Teams heißt
Reichweite hilft nicht. Was hilft, sind belegbare Zahlen im Angebot und ein erster Kontakt, der keine Bewerbung verlangt.
- OTE-Band und Fixanteil in die Rolle schreiben, nicht auf Nachfrage
- Quotenerfüllung des Teams offenlegen, auch wenn sie unter 70 Prozent liegt
- Bezahlte Ramp-Zeit anbieten und schriftlich zusagen
- Den ersten Kontakt durch die einstellende Person führen lassen, nicht durch ein Postfach
Wer Transparenz nur anbietet, wenn die Zahlen gut sind, wird für schlechte Zahlen gehalten.